Einleitung:

 

Anfang der 70er Jahre wurde in Mehlbergen ein Kinderspielkreis eingerichtet, der dann 20 Jahre später in einen Kindergarten umgewandelt wurde.

Seit Sommer 2009 gibt es hier in der Einrichtung die erste Krippe in der Samtgemeinde Marklohe.

Der Kindergarten ist seit Januar 2014 in die ehemalige Schule in Balge, die speziell für unseren Kindergarten umgebaut wurde, eingezogen. Das damalige Schulgelände wurde durch die `Holunderschule` zu einem naturnahen Außengelände umgestaltet. Mit dem Umzug wurden die bereits erprobten konzeptionellen Arbeitsweisen für die neue Umgebung umgeschrieben und weiterentwickelt.

Im Laufe der vergangenen Jahre haben sich die Lebensbedingungen für Kinder entscheidend verändert. Neben Familienstrukturen im herkömmlichen Sinne gibt es immer mehr Alleinerziehende und Patchwork-Familien. Natürliche Lebens- und Erfahrungsräume werden immer häufiger durch unterschiedliche Medien wie Fernseher oder Computer ersetzt, Spielzeiten der Kinder durch Erwachsene verplant.

 

Natur wird häufig nur als gestalterisches Element wahrgenommen.

Die Ergebnisse von Entwicklungsbiologie und Hirnforschung haben grundlegend das Verständnis vom Lernen revolutioniert.

 

Konkret:

 

Die Teil-offene Arbeit eignet sich für alle Kinder von 1 bis 6 Jahren. Vorraussetzung für gelingendes Lernen in offenen, bzw. Teil-offenen Kindergärten ist eine gute Eingewöhnung und ein stabiler Bindungsaufbau zu den ErzieherInnen.

Hierbei gilt: Wenn wir ein Kind in einer Notsituation erfolgreich trösten und beruhigen können, ist das Kind eingewöhnt. Erst dann kann das Kind in Ruhe und mit der nötigen Gelassenheit seinen verschiedenen Interessen und Beschäftigungen nachgehen.

Das Spiel an sich und das Lernen mit allen Sinnen steht für uns an erster Stelle in unserer pädagogischen Arbeit. Wir sehen das Kind von seinem Wesen her als grundsätzlich aktiv, neugierig und interessiert. Hierbei spielt die Bewegung eine große Rolle und ist entsprechend fester Bestandteil im Tagesablauf.

Wir unterstützen die natürliche Lernfreude und Neugier der Kinder und motivieren sie, eigenverantwortlich und selbständig zu handeln.

Die Erwachsenen finden sich dabei in der Rolle als Begleiter, Lernpartner, Zuhörer, Unterstützer, Berater, Resonanzgeber und Coach wieder.

Wir sind davon überzeugt, dass Erwachsene auf die Entwicklungspotentiale von Kindern vertrauen können und dass Kinder in selbstinitiierten, -gesteuerten und –geregelten Situationen optimale Lernvorausetzungen für ihre persönliche Entwicklung finden können.

Das bedeutet Geduld zu haben, Vertrauen zeigen, abwarten können, nicht vorschnell eingreifen und die Kinder nicht fremd bestimmen.

Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass dieser Rahmen den Kindern mit ihren unterschiedlichen Persönlichkeiten die besten Vorraussetzungen für ihre Entwicklung gibt. Auch das Zusammensein von Krippe und Regelgruppe zeigt sich in diesem Sinn als sehr wertvoll. Die Neurobiologen haben diese Erkenntnisse mit ihren eindrucksvollen Erklärungen zu Lernstrategien und Hirnfunktionsweisen untermauert.

Wichtige Basis sind für uns die offenen Türen. Sie stehen offen für die Freiräume der Kinder.

Die Kinder können den ganzen Kindergarten als Spielbereich nutzen, denn jeder Raum hat seine eigene Funktion. So haben die Kinder größtmögliche Chancen nach ihren eigenen Neigungen und Wünschen zu spielen und ihre Umwelt zu erfahren. Was aber nicht heißen soll, dass das Gefühl für Wertschätzung verloren gehen darf!

Sie können sich zudem jeder Zeit in stille Räume zurückziehen, wenn sie Ruhe brauchen.

Das Außengelände dient nicht nur zum Austoben, sondern hat den gleichen Stellenwert wie die Funktionsbereiche und wird entsprechend in der Gestaltung des Tagesablaufes miteinbezogen. Es soll den Kindern das Gefühl vermitteln - ähnlich wie in den Innenräumen – sich dem Einblick und dem Zugriff von Erwachsenen entziehen zu können.

Zudem sehen wir die Erfahrung der Natur und ihrer sich ständig wechselnden Eindrücke für die gesammten Sinne als elementar an. Das Außengelände ist bewusst naturnah und mit verschiedensten Bewegungsanreizen gestaltet.

Die Natur soll die Natur der Kinder bewegen.

Es soll den Kindern bereits (und besonders!) ab dem Krippenalter diese Erfahrung ermöglichen und liefert die Grundlage für glückliche, selbstbewußte und gesunde Kinder.

 

Elternarbeit

Der ständige Kontakt und Austausch mit den Eltern spielt eine wichtige Rolle in unserer Arbeit. Wir sehen die Eltern als Erziehungspartner, die uns in unserer Funktion als familienergänzende Einrichtung unterstützen. Die Befindlichkeiten der Kinder werden in kurzen "Tür-und Angel-Gesprächen" regelmäßig ausgetauscht. Zusätzlich bieten wir persönliche Elterngespräche nach Vereinbarung an, in denen es um die Eingewöhnung und die Entwicklung der Kinder geht.

Zu Beginn eines Kindergartenjahres wird der Elternbeirat gewählt. Aber nicht nur die Elternvertreter sondern auch die Eltern unterstützen uns bei Aktionen und Festen tatkräftig.

Im Laufe eines Kindergartenjahres finden mehrere Elternabende mit unterschiedlichen Inhalten statt. Neben Informations- und Themenabenden gibt  es auch gemütliche Zusammenkünfte, die eine vertrauensvolle Erziehungspartnerschaft fördern.

 

Zusammenarbeit mit der Grundschule

Trotz der räumlichen Entfernung hat sich mit der Grundschule eine positive Zusammenarbeit entwickelt. LehrerInnen und ErzieherInnen profitieren von gegenseitigen Hospitationen. Die Dritt- oder Viertklässler kommen ganz stolz zum Vorlesen zu uns in den Kindergarten.

Die Vorschulkinder werden zu einer "Schnupperschulstunde" eingeladen.  Sie sollen die Schule und ihre zukünftige Lehrerin kennen lernen.

Auch gemeinsame Aktionen wie ein Theaterbesuch von Kindergarten und erster Klasse oder eine gemeinsame Sportstunde sind bei den Kindern sehr beliebt.

Regelmäßige Treffen mit allen zukünftigen Schulanfängern der Gemeinde in der Schule sind fester Bestandteil dieser Zusammenarbeit.

 

Zusammenarbeit mit Fachschulen

In unserer Einrichtung können Schüler und Schülerinnen der Fachschulen für Sozialpädagogik im Rahmen ihrer Ausbildung die berufsbezogenen Praktika absolvieren. Dies beinhaltet auch die Begleitung bei den Prüfungen. Sie erhalten  eine qualifizierte Praxisbegleitung, die die Auszubildenden bei der Umsetzung ihres theoretischen Wissens in der Arbeit mit den Kindern unterstützt.

Für unser Kindergartenteam sind Praktikanten oftmals eine Unterstützung und Bereicherung, wenn sie Anregungen und neue Ideen mitbringen, wenn sie sich in die Planung einbringen und die Kinder bzw. die Gruppe im Blick haben.

Auf diese Weise können bei einer positiven Zusammenarbeit beide Seiten profitieren.

 

 

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